Das Neue Jahr 2009 ist erst 21 Tage alt und kann mich schon wieder gepflegt gern haben…
Man kann nicht sagen, daß ich nicht versucht habe, es zu mögen…
Wirklich, ich habe es echt versucht…
Nein, ganz im Gegenteil, ich habe das Neue Jahr sogar mit offenen Armen empfangen…
Silvester gefeiert mit lieben Freunden, um Mitternacht verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel gewischt, jeder Rakete am Himmel einen Wunsch mitgeschickt, gute Vorsätze gefaßt für´s neue Jahr…
Schlechte Eigenschaften ablegen, früher in die Arbeit kommen, abnehmen, Schulden abbauen, mit einem Lächeln durch die Welt gehen, den Mann für´s Leben finden… Und dergleichen mehr…
Alles wird besser, alles wird gut…
Die ersten Tage des Neuen Jahres habe ich auch mit lustigen Dingen verbracht: mit bunten Waffeln und leuchtenden Kinderaugen, mit der Planung von Grillabenden und Kichern bis tief in die Nacht, mit heimlichen Treffen (inkl. Lachanfall und schlechter Musik), mit Partys, mit Weggehen und mit viel Alkohol…
Tja, ganze 20 Tage hatte ich blendend gute Laune…
Und gestern abend – ich weiß nicht genau warum – schlich sich der Zweifel in mein Herz…
Der Zweifel verbreitete sich schnell…
Wie ein Virus, der die Festplatte löscht…
Unaufhaltbar schnell…
Er fand einen Weg in meinen Verstand und traf auf schon längst abgelegte Gedanken und riß sie wieder hervor, holte sie aus der hintersten Schublade und ließ sie offen liegen… Ungeschützt…
Er raste weiter durch den Körper, infizierte jede Zelle und ganz zum Schluß auch mein Herz…
Ich konnte mich nicht wehren, das Antiviren-Abonnement war bereits abgelaufen… Und niemand hatte es verlängert…
Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag ins Gesicht. Es wird nicht besser werden, es kann gar nicht…
Es müßte schon ein Wunder geschehen, und Wunder gibt es selten…
Ich habe dem Zweifel schon die Koffer gepackt… Jetzt muß ich sie nur noch vor die Tür stellen…
Aber es ist verdammt kalt zum Rausgehen…
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