Teil 1 findet ihr hier und Teil 2 hier
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich hier eigentlich weiterschreiben soll. Die Ereignisse seit Ende von Teil 2 kann und will ich leider hier nicht vollständig aufschreiben. Wüßte überhaupt nicht, wie ich bei manchen Sachen überhaupt anfangen sollte, sie auch nur ansatzweise zu beschreiben. Seufz.
Nichtsdestotrotz werde ich es aber versuchen.
Wo war ich denn überhaupt stehengeblieben? Ach ja, zweieinhalb Monate bei den Freunden vom Arbeitsamt…
Nun, daraus sind elf – in Worten: ELF – Monate geworden. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Hm, wie kann ich das beschreiben? So manch einer würde es wohl Burnout nennen, ein anderer vielleicht Nervenzusammenbruch. Auf jeden Fall hatte ich keine Lust mehr. Zu gar nix.
Und wie sagt man ja so schön? „It´s better to burn out than to fade away…“ Und diesen Spruch habe ich mir wohl sehr zu Herzen genommen.
So wie ich mir ja immer alles zu Herzen nehme.
Kurze Zwischenfrage: Kann man eigentlich an einem gebrochenen Herzen sterben? *grübel*
„Angst vor dem Feuer das unser Herz erwärmen könnte… Aber ein gebranntes Herz bleibt immer warm…“ Äh, wo war ich stehengeblieben? Irgendwie komme ich hier immer vom Weg ab.
Ach ja, Burnout. Ja, fühlte sich super an. So schön warm und kuschelig. Und eigentlich hat sich das bis heute nicht wirklich gelegt. Aber immerhin habe ich seit gut 6 Wochen wieder eine Arbeit. Die angemessene Bezahlung fehlt allerdings, aber es reicht fürs erste…
Gut, fangen wir mal chronologisch an:
Wir schreiben also Mitte Oktober 2009. Ca. einen Monat lang passierte dann auch nichts weiter Aufregendes.
Aber was dann im nächsten Monat und danach passierte, das schlägt fast alles bisher Dagewesene. Aber darüber kann und will ich im Moment nicht schreiben. Klammern wir also diese leider sehr schmerzvolle und tragische Geschichte vorerst mal aus.
Irgendwann wird diese aber hier zu lesen sein.
Nun gut, ich lebte also weiter ziemlich arbeitslos vor mich hin. Ich ging erst morgens ins Bett, schlief dann den ganzen Tag, schlug mir anschließend die Nacht um die Ohren und machte ansonsten nichts. Ich schrieb keine Bewerbungen, ich öffnete keine Briefe und schon gar nicht kam ich aus meinem Loch raus, in das ich gefallen war. Im Gegenteil, der Boden des Lochs bestand aus Treibsand und ich fiel immer weiter und weiter…
Das liebe Arbeitsamt war dann im Februar 2010 der Meinung, daß es mir guttun würde, wenn ich an einer Maßnahme teilnehmen würde. Das hörte sich ein wenig nach Straflager an und so war ich ziemlich skeptisch, was das Ganze bringen sollte. Diese Maßnahme sollte zweimal in der Woche stattfinden und begann um ACHT Uhr morgens. Wie können die anfangen, wenn ich gerade ins Bett gehen will..? *kicher*
Ich ging also mit gemischten Gefühlen hin und setze mich etwas verschämt in die Runde.
Zwischeneinwurf: Wer mich kennt, der lacht spätestens an dieser Stelle… 😉
Am ersten Tag war ich dann aber relativ schnell ziemlich beruhigt. Denn außer einem bißchen Gelaber und stundenlangem Sitzen am PC wurde ich nicht großartig gefordert. Das sollte sich aber bald ein bißchen ändern… Es ist schon erstaunlich, wieviel man eigentlich bei solchen Sachen über sich selber lernt, wenn man sich darauf einläßt und den Hang zur Selbstreflexion besitzt. Vor allen Dingen bei den Rollenspielen (nein pfui, nicht was ihr denkt!) und bei der anschließenden Beurteilung durch die anderen Mitgefangenen Teilnehmer… Verblüffend, was dabei für Ergebnisse rauskommen und wie groß der Unterschied doch sein kann zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung.
Ich fand es außerdem sehr schön, daß ich dort viele nette Leute kennengelernt habe, mit denen ich bis heute in Kontakt stehe. Einige davon werde ich demnächst in die Reihe meiner Protagonisten aufnehmen und ein bißchen mehr über sie erzählen… 🙂 Ich hoffe, daß sie schon gebührend Angst davor haben… Hehehe… 🙂
Auf alle Fälle beendete ich nach einiger Zeit dann mein selbstgewähltes Einsiedlertum und ging wieder öfter aus. Und ich hatte sehr viel Spaß! Aber dazu zu einem anderen Zeitpunkt mehr…
Ich hatte aber immer noch keine Lust Bewerbungen zu schreiben und so mogelte und schummelte ich mich ein wenig durch die Maßnahme… 🙂 Allerdings hatte ich dann doch ein wenig Sorgen wegen Hartz IV und so dachte ich über die Möglichkeit nach, wieder bei der Zeitarbeit zu arbeiten. Und wie der Zufall es will, wurde bei einer ehemaligen Kollegin von mir jemand gesucht und sie dachte auch gleich an mich. Und so kam ich ohne richtige Bewerbung an die neue Stelle. Vielleicht ergibt sich ja dort auch die Möglichkeit zur Festanstellung. Wieso nicht, es hat ja schon mal geklappt… Bis Ende März habe ich jetzt erst mal was und dann sehe ich weiter…
Ich frage mich momentan, warum ich gerade jetzt an diesen „Memoiren“ weiterschreiben wollte, wenn ich doch die eigentlich wesentlichen Dinge, die in dieser Zeit passiert sind, nicht schreiben kann/will. Ich weiß es nicht, aber ich hatte irgendwie das Bedürfnis danach.
Tja, was gibt es sonst noch zu sagen? Die Privatinsolvenz ist immer noch nicht ganz vom Tisch, das Asthma gedeiht wie eh und je und von den Liebesdingen wollen wir gar nicht erst sprechen…
Fortsetzung folgt demnächst…
[#1297]

Werbeanzeigen