Es ist mal wieder Frühling und ich – bin traurig. Was auch sonst?
Ich bin zwar das ganze Jahr über irgendwie traurig, aber im Frühjahr ist es besonders schlimm.
Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen zum Vorschein, treibt es alle Menschen auf die Straße. Und man sieht, was einem sonst so verborgen bleibt.
Verliebte Pärchen, Familien mit Kindern, alte Omis und Opis händchenhaltend im Park.
Und mir wird immer wieder schmerzlich bewußt, daß in meinem Leben so vieles hätte anders laufen können. Tat es aber nicht.
Dann kommen mir auch wieder all meine Fehler in den Sinn, die ich in meinem Leben bisher so gemacht habe.
Ich versuche zwar immer wieder, mir klarzumachen, daß ich diese Fehler aus guten Gründen gemacht habe. Ich habe meine Entscheidungen damals mit besten Wissen und Gewissen getroffen.
Und trotzdem.
Ich vegetiere immer noch so vor mich hin und weiß nicht, wo ich eigentlich hinwill.
In mir ist eine so große und liebevolle Welt. Erschaffen aber nur von meinen Träumen und Illusionen.
Und außen?
Ist alles anders.
Ich hadere mit so vielen Dingen. Kann mir selber nicht verzeihen. Kann nicht in die Zukunft blicken. Lebe nur von einem Tag auf den anderen. Freue mich lediglich auf ein paar Abende, an denen ich was mit Freunden unternehme.
Und nach solchen Abenden komme ich dann nach Hause und bin manchmal noch einsamer als sonst.
Ich brauche Liebe. Jetzt. Sofort.
Frühlingsgefühle – mal anders.
[#980]

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