Ein Gefühl ist wie ein Kind,
das in uns lebt und weint und lacht,
Hunger hat und bemerkt sein will.
Wer zu seinem Gefühl zu oft sagt:
„Sei still, ich habe jetzt keine Zeit für Dich“,
dessen inneres Kind sitzt eines Tages
in einer vergessenen Ecke und trauert,
wird krank und verkümmert.
Mit Gefühlen soll man umgehen,
wie man mit einem Kind umgeht:
Man sieht ihm freundlich und aufmerksam zu,
man hört, was es klagt,
man leidet mit ihm, wenn es leidet.
Denn Gefühle sind die lebendigsten Kräfte in uns,
und keine andere Kraft in uns
bringt so viel Lebendiges hervor.
Ein Kind hat auch Wünsche,
die nicht immer zu erfüllen sind:
berechtigte, gute und schöne.
Dann nehmen wir es in den Arm
und sind mit ihm traurig.
Aber wir schicken es nicht weg.
Ein Kind kann verstehen,
daß es nicht alles haben kann.
Aber lieben muss man es,
ihm Mut geben und Fröhlichkeit
und Raum, seine Kräfte zu regen.

Verfasser unbekannt

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